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Abterode

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Abterode, eingebettet in die Zechsteinhügellandschaft des Meißnervorlandes, ist eine ehemalige Bergarbeitersiedlung und heute Sitz Gemeindeverwaltung.

 

Der Ursprung des Ortes geht wahrscheinlich auf den Abt Ruthard von Fulda zurück, der um 1076 im Meißnervorland eine Abtei "Abbetesrode" gründete. Die Kirche war dem heiligen Vincentius und dem heiligen Bonifatius geweiht. Um diese Kirche herum entwickelte sich im Laufe der Zeit eine ringförmige Ansiedlung. Der Propstei, die über beträchtlichen Landbesitz verfügte, war jedoch keine lange Blütezeit beschieden. Die als Vögte eingesetzten Grafen von Bilstein bedrängten das Kloster mehr, als dass sie es schützten. Auch die Gründung des Prämonstratenserklosters Germerode wirkte sich nachteilig aus. Die Propstei wurde schließlich dem örtlichen Pfarrer unterstellt. So besteht noch heute ein großer Teil der Abteröder Flur aus Pfarreiland. Im Jahre 1527 wurde die Reformation im Kirchspiel Abterode durchgeführt, die Propstei folgte erst 1541. Als erster Pfarrer und Propst wurde Burkart Waldis (1490-1556) berufen, der als Dichter bekannt wurde und literarische Bedeutung erlangte.



Von wirtschaftlicher Bedeutung für die Bewohner Abterodes war in früherer Zeit der Kupferschiefer- und später der Schwerspatbergbau im Bilsteiner Revier, worauf noch die Namen Kupferbach und  "die Bergfreiheit" hinweisen. Hier wohnten einmal die Bergleute. Der Fuhrhandel spielte hier im Gegensatz zu den anderen Dörfern rund um den Meißner eine weniger bedeutende Rolle. Von der Bedeutung der bergbaulichen Aktivität auf Kupferschiefer im Höllental zeugen die dort befindliche Schmelzhütte sowie die Bergfreiheit in Abterode. Die ehemalige Grube Gustav wird heute als Besucherbergwerk genutzt.

 

Für die Ortsgeschichte Abterodes war die große jüdische Gemeinde bedeutsam, von der noch heute der jüdische Friedhof, die ehemalige Synagoge und ehemalige Schule architektonisches Zeugnis ablegen.

 

Anziehungspunkt sind ferner die am Ostrand Abterodes gelegene gotische "Totenkirche", die seit ihrer Zerstörung im Jahr 1809 nur noch als Ruine erhalten ist sowie der alte Friedhof mit wertvollen Barockgrabsteinen. Unweit davon erhebt sich der "Todstein", ein bizarrer Dolomitfels. Wegen seiner charakteristischen Form, die durch Verwitterung entstand, wird er im Volksmund auch "der Bär" genannt.

 

Abterode war darüber hinaus bis ins 20. Jahrhundert Sitz eines Amtsgerichtes, Nachfolgerin des ehemaligen "Gerichtes Bilstein". Weitere Informationen finden Sie im landesgeschichtlichen Informationssystem Hessen.





 
 
 
 

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